Der Werkkomplex mit dem programmatischen Titel „Surgite mortui venite ad Judicium“ (2009) thematisiert unter anderem die Geschichte des durch die Medien bekannt gewordenen schwarzen Trauerschwans, der sich in ein deutlich größeres Tretboot in Schwanengestalt verliebt hat. Die Zeichnung spiegelt die monogame Treue einer paradoxen, Unglück verheißenden Beziehung wieder. Das Tier folgt ergeben seinem künstlich reproduzierten Abbild. Im Fokus des Zyklus’ steht der Kreislauf des Lebens, versinnbildlicht durch die aus einem Knochen wachsenden Rosen. Selbst aus dem Anorganischem kann wieder Leben erwachsen. Reale und künstlich reproduzierte Natur, wie Plastikblumen oder Tretboote in Tiergestalt, treffen aufeinander; sie sind schwer von einander zu unterscheiden und erzeugen gerade durch diese Kombination eine spannende Reibung, die zu der Einsicht führt, dass im Grunde selbst im Unanimierten die Quintessenz des Lebens steckt.
Ein waberndes Geflecht aus Querverweisen, von Ute Hahnenberber, Mannheimer Morgen
Die Symbole in Arnika Mülls Zeichnungen springen ihre Betrachter förmlich an: Skelette als Todes- und Schwäne als Treuezeichen sind allgegenwärtig. Dort wächst ein Mimomsenzweig aus einem Fledermausflügel heraus, hier entsteigt ein Gerippe seiner Gruft, um zu einer Rose zu werden.
Arnikas Arbeit trägt den Titel »Surgite mortui venite ad Judicium«: Aufstehen, ihr Toten, zum letzten Gericht.
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